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Brennpunkt Blase: Was hilft wirklich bei einer Blasenentzündung?

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© Westend61 / gettyimages.d

[Veröffentlicht: 03.09.24 | Aktualisiert: 02.06.26]

Ständiger Harndrang und ein unangenehmes Brennen beim Wasserlassen? Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist nicht nur lästig, sondern betrifft Frauen aus rein anatomischen Gründen besonders häufig. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Blase auf natürliche Weise unterstützen, Infekten effektiv vorbeugen und welche Hausmittel im Akutfall für schnelle Linderung sorgen.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist eine Blasenentzündung und wie entsteht sie?
  • Ursachen & Risikofaktoren: Warum haben Bakterien leichtes Spiel?
  • 3 Fragen an Expertin Frau Dr. med. Rubin
  • Vorbeugen und Schützen: Der Anti-Haft-Effekt von Cranberry und D-Mannose
  • Und wenn es doch mal akut wird? Die besten Tipps & Hausmittel
  • Den Beckenboden nicht vergessen
  • Gut versorgt im Reformhaus®
  • Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Blasenentzündung

Was ist eine Blasenentzündung und wie entsteht sie?

Meist ist eine Zystitis, also eine Entzündung der Harnblase, für die schmerzhaften Beschwerden verantwortlich. Ausgelöst wird sie in den allermeisten Fällen durch Bakterien (wie beispielsweise E. coli) aus der eigenen Darm- oder Scheidenflora. Diese Keime gelangen über die Harnröhre aufwärts in die Blase und setzen sich dort an der empfindlichen Schleimhaut fest.

Dass Frauen viel häufiger von einer Blasenentzündung betroffen sind als Männer, hat einen einfachen physischen Grund: Die weibliche Harnröhre ist deutlich kürzer und liegt zudem näher am Darmausgang, wodurch Bakterien ein leichteres Spiel haben.

Typische Symptome auf einen Blick:

  • Häufiger, oft quälender und plötzlicher Harndrang.
  • Schmerzen oder ein starkes Brennen beim Wasserlassen.
  • Krampfartige Schmerzen im Unterbauch.
  • Gelegentliche Schwierigkeiten, den Urin zuverlässig zu halten.
  • In schwereren Fällen können auch sichtbare Blutungen beim Toilettengang auftreten.

Ursachen & Risikofaktoren: Warum haben Bakterien leichtes Spiel?

Unsere lokale Immunabwehr schützt die Blase normalerweise gut vor Eindringlingen. Es gibt jedoch verschiedene begünstigende Faktoren, welche diese Abwehrbarriere schwächen oder die Keimbesiedlung erleichtern:

  • Unterkühlung: Kälte im Becken- und Unterbauchbereich verschlechtert die Durchblutung und schwächt die lokale Immunabwehr.
  • Hormonveränderungen: In den Wechseljahren (Menopause) oder während einer Schwangerschaft sinkt oft der Östrogenspiegel. Dies führt dazu, dass die Schleimhaut im Genitalbereich dünner, trockener und somit anfälliger für Reizungen und Keime wird.
  • Geschlechtsverkehr: Ein aktives Sexualleben kann die Schleimhäute mechanisch reizen und das Aufsteigen von Bakterien begünstigen.
  • Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme: Wer zu wenig trinkt, spült die Blase nicht ausreichend durch, sodass sich Keime leichter vermehren können.
  • Falsche Intimpflege: Aggressive Seifen stören das empfindliche Mikrobiom im Genitalbereich.
  • Stoffwechselerkrankungen: Auch Erkrankungen wie Diabetes können das Risiko für Harnwegsinfekte erhöhen.

3 Fragen an Expertin Frau Dr. med. Rubin

Um das Thema ganzheitlich zu beleuchten, haben wir mit der Ärztin, Bestseller-Autorin und TV-Moderatorin gesprochen.

1 . Welche Faktoren begünstigen eine Zystitis? 

Einer der häufigsten Gründe ist ein aktives Sexualleben, durch das natürlicherweise leichter Bakterien eingeführt werden. Da die Schleimhaut sowieso leicht verletzt wird, ist diese für Keime besonders angreifbar. Eine häufig unterschätzte Ursache sind die Wechseljahre, weil auch hier die Haut im Genitalbereich dünner und trockener wird. Auch eine Unterkühlung in dieser Körperregion führt dazu, dass das Immunsystem kurzfristig geschwächt und infektanfällig wird.

2. Wie können sich Frauen am besten präventiv schützen? 

Einer Entzündung kann vorgebeugt werden, indem der Genitalbereich warm und trocken gehalten wird. Ich empfehle außerdem, den Intimbereich nicht mit aggressiver Seife zu waschen, sondern nur mit lauwarmen Wasser. Das tägliche Trinken von Cranberry-Saft sorgt zusätzlich dafür, dass sich Bakterien in der Blase nicht so gut festhalten können und mit dem Urin wieder ausgespült werden. Alternativ eignet sich auch der regelmäßige Verzehr von getrockneten Cranberrys, z. B. zum Frühstück im Müsli oder Joghurt.

3. Was hilft am besten bei einem akuten Infekt? 

Besonders wohltuend ist eine Wärmfasche auf dem Unterbauch oder sich in die warme Badewanne zu setzen. Diese am besten nur bis zum Bauchnabel füllen und zwei Esslöffel Salz zur Desinfektion dazugeben. Besonders wichtig ist eine hohe Flüssigkeitszufuhr, um die Blase zu spülen und Keime wieder auszuschwemmen. Tees aus Brennnesselkraut, Ackerschachtelhalm oder Birkenblätter eignen sich hier besonders. Der Wirkstoff D-Mannose erschwert den Keimen das Anheften an der Blasenwand und wirkt sowohl präventiv als auch heilungsfördernd bei schon bestehenden Blasenentzündungen.

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Dr. med. Franziska Rubin, Ärztin, Bestseller-Autorin und TV-Moderatorin

Vorbeugen und Schützen: Der Anti-Haft-Effekt von Cranberry und D-Mannose

Wer unter wiederkehrenden Harnwegsinfekten leidet, sucht oft nach sanften Alternativen, um den wiederholten Einsatz von Antibiotika zu vermeiden. Antibiotika greifen das wichtige Mikrobiom im Darm an und bergen bei zu häufiger Einnahme das Risiko von Resistenzbildungen. Im Bereich der Prävention haben sich zwei pflanzliche bzw. natürliche Aktivstoffe besonders bewährt, die rein mechanisch ansetzen:

1. Die Cranberry (Kranbeere)

Schon die indigenen Völker Nordamerikas setzten die Kranbeere traditionell bei Blasen- und Nierenleiden ein. Heute weiß man, dass ihre Effekte vor allem auf sogenannten Proanthocyanidinen (PAC) beruhen. Diese sekundären Pflanzenstoffe verhindern auf physikalische Weise, dass sich bakterielle Erreger – insbesondere E. coli – an der Blasenschleimhaut festkrallen können. Die blockierten Keime werden stattdessen einfach mit dem Urin ausgespült. Hochwertige Studien zeigen, dass eine regelmäßige, prophylaktische Einnahme das Risiko für wiederkehrende Infekte signifikant senken kann.

2. D-Mannose

Hierbei handelt es sich um einen natürlichen Einfachzucker (Monosaccharid), der vom menschlichen Körper kaum verstoffwechselt wird. Er gelangt direkt über die Nieren in die Harnblase. Dort funktioniert D-Mannose wie ein molekularer Schutzschild: Er bindet sich gezielt an die feinen Rezeptoren der E. coli-Bakterien und ummantelt diese. Die Erreger werden sozusagen „abgefangen“, können nicht mehr an der Blasenwand andocken und werden beim nächsten Toilettengang neutralisiert ausgespült. D-Mannose ist sowohl zur Vorbeugung als auch als Begleitung im Akutfall hervorragend verträglich.

Und wenn es doch mal akut wird? Die besten Tipps & Hausmittel

Bei milden und unkomplizierten Verläufen können Sie zunächst versuchen, die Entzündung mit bewährten „Bordmitteln“ sanft auszuspülen und zu lindern:

  • Trinken, trinken, trinken: Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit – am besten stilles Wasser oder ungesüßte Tees. Bei Hitze oder Anstrengung darf es auch deutlich mehr sein, um die Keime kontinuierlich auszuschwemmen.
  • Spezielle Blasen- und Nierentees: Heilpflanzentees aus Birkenblättern, Ackerschachtelhalm (Schachtelhalm), Brennnesselkraut oder Thymian unterstützen die Durchspülung der Harnwege optimal.
  • Cranberry-Saft als Kur: Trinken Sie täglich etwa 200 bis 300 ml Cranberry-Saft. Bei hochkonzentriertem Muttersaft reichen im Rahmen einer Intensivkur bereits 75 ml am Tag, pur oder mit Wasser verdünnt.
  • Wärme und Entspannung: Eine Wärmflasche auf dem Unterbauch oder ein warmes Sitzbad fördern die Durchblutung der Schleimhäute, wirken krampflönd und unterstützen die körpereigene Abwehr. Gönnen Sie sich zudem ausreichend Bettruhe.
  • Restharn vermeiden: Ein praktischer Alltagstrick: Stehen Sie am Ende des Toilettengangs einmal kurz auf und setzen Sie sich erneut hin. Durch die veränderte Position der Blase kann der Restharn, in dem sich Bakterien sonst leicht vermehren, besser abfließen.

Wichtiger Warnhinweis: Sollten sich die Beschwerden trotz der Maßnahmen verschlimmern, Fieber, Schüttelfrost oder starke Schmerzen in der Flankengegend auftreten, ist der Gang in eine ärztliche Praxis unerlässlich, um Komplikationen zu vermeiden.

Den Beckenboden nicht vergessen

Die Blase arbeitet nicht isoliert, sondern steht in enger funktioneller Verbindung mit der Beckenbodenmuskulatur. Diese wichtige Muskelplatte zwischen Schambein und Steißbein stabilisiert die Beckenorgane und kontrolliert maßgeblich den Harnfluss. Eine geschwächte oder chronisch verspannte Beckenbodenmuskulatur kann Probleme wie Inkontinenz oder Restharnbildung begünstigen, was wiederum Infektionen Vorschub leistet. Experten empfehlen daher – insbesondere bei wiederkehrenden Blasenproblemen – ein gezieltes Beckenbodentraining. Im ersten Schritt geht es dabei vor allem darum, den Beckenboden überhaupt erst bewusst wahrzunehmen und gezielt anspannen zu lernen.

Beckenbodentraining:

Wer sich dafür und für das richtig ausgeführte Training interessiert, wird auf der Webseite www.ndr.de/ ratgeber/gesundheit fündig unter dem Stichwort Beckenboden.

Gut versorgt im Reformhaus®

Für eine persönliche Beratung und die passende Unterstützung Ihrer Blasengesundheit finden Sie in Ihrem Reformhaus® vor Ort ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment an hochwertigen Direktsäften, Arzneitees und Präparaten:

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Buchtipp

Mit Humor und Mitgefühl verrät die Bestsellerautorin in ihrem neuesten Buch „Magic Midlife“, wie die zweite Lebenshälfte zur besten Zeit Ihres Lebens wird. 

Erscheint am 01.10.2024 für 20,00 € (gebundene Ausgabe) im Droemer Knaur Verlag.

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Podcast zum Thema Blasenentzündung

Zusätzliche Informationen zum Thema Blasenentzündung hören Sie auch in unserer Podcast-Folge mit Dr. Cordula Stiepel, Ernährungswissenschaftlerin und Leiterin der medizinisch-wissenschaftlichen Abteilung bei Alsitan.

Zum Podcast
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© Rouzes / gettyimages.d

Viel trinken! Cranberrys sorgen dafür, dass sich Bakterien in der Blase nicht so leicht festsetzen können

Häufige Fragen (FAQ) zum Thema Blasenentzündung

Kann eine Blasenentzündung von alleine weggehen?

Bei milden, unkomplizierten Verläufen ist es durchaus möglich, dass der Körper die Infektion mit Unterstützung von Hausmitteln selbst reguliert. Durch eine stark erhöhte Flüssigkeitszufuhr, wärmende Maßnahmen und pflanzliche Helfer können die Erreger effektiv ausgespült werden, bevor sie sich festsetzen. Bleiben die Beschwerden jedoch bestehen oder verschlimmern sie sich, sollte kein Risiko eingegangen werden.

Wann muss ich mit einer Blasenentzündung zum Arzt?

Eine ärztliche Abklärung ist zwingend erforderlich, wenn die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen nicht abklingen, sich deutlich verschlimmern oder Fieber und Schüttelfrost dazukommen. Auch starke Schmerzen in der Flanken- oder Nierengegend sowie sichtbares Blut im Urin sind klare Warnsignale, die sofort medizinisch untersucht werden müssen.

Wie lange dauert eine unkomplizierte Blasenentzündung?

Bei schneller Reaktion und konsequenter Anwendung von Hausmitteln (wie viel Trinken und Wärme) klingen die Symptome einer unkomplizierten Zystitis oft schon nach 3 bis 5 Tagen deutlich ab. Wichtig ist es, die Durchspülung der Blase auch nach dem Nachlassen der Schmerzen noch ein bis zwei Tage fortzusetzen, um wirklich alle Keime zu eliminieren.

Warum hilft Wärme bei Blasenproblemen?

Wärme (z. B. durch eine Wärmflasche oder ein warmes Bad) wirkt direkt krampflösend auf die Muskulatur im Unterbauch. Zudem fördert sie die Durchblutung der Schleimhäute. Eine gut durchblutete Blasenschleimhaut transportiert Immunzellen schneller an den Ort des Geschehens, wodurch die körpereigene Abwehr im Kampf gegen die Bakterien optimal unterstützt wird.

Autor:in: Lina Levin